Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit
Durchschlag: Licht am Ende des Tunnels

A 17 kommt im Bauabschnitt bis zur B 170

Das Licht am Ende des 1070 Meter langen Dölzschener Autobahntunnels erblickte am Dienstag, 31. Juli, Tunnelpatin Gabriele Schommer, die Frau des Wirtschaftsministers, nach neunmonatiger Bauzeit. Um 10.30 Uhr erfolgte der Durchschlag. Die Autobahn A 17 nehme damit wieder ein Stück Gestalt an, sagte Verkehrsstaatssekretär Prof. Dr. Wolfgang Zeller. Aus Prag war zum Tunneldurchstoß Vize-Verkehrsminister Karel Holl angereist. Beide hoffen, sich „pünktlich“ 2005 auf der Grenzbrücke im Erzgebirge zu sehen, wo der Lückenschluß zwischen Dresden und Prag erfolgen soll. Laut Zeller läuft alles nach Plan. „Noch in diesem Jahr wollen wir das Tor nach Pirna aufstoßen“, sagte er. Für Anfang September erwartet er die Planfeststellung für den nächsten Bauabschnitt. Mit dem Bau von vier Großbrücken für 120 Mio. DM soll unmittelbar danach begonnen werden. 150 bergerfahrene Bauleute (Mineure) arbeiten seit November 2000 am Tunnel Dölzschen, 30 Brückenbauer sind an der 218 m langen Weißeritzbrücke zugange. Dieses Bindeglied zum Coschützer Tunnel ist derzeit die größte Herausforderung. Denn die Hangabsicherung im Weißeritztal und der Schutz der Begerburg erfordern ungeahnten technischen Aufwand. Die Brücke war in den vergangen Wochen mit einem Spezialkran aus sieben Teilen zusammen gesetzt worden. Der Dölzschener Tunnel beginnt nahe Pesterwitz und Roßthal und tritt im Weißeritztal etwa in halber Talhöhe aus der Felswand. Dabei sind die Tunnelröhren um ca. 15 Meter gegeneinander versetzt. Die Geländeüberdeckung beträgt zwischen 6 und 33 Meter. Bis Januar 2002 werden die Baustellenfahrzeuge die Brücke zumindest auf einer Fahrbahn überqueren können. Dann geht es am Coschützer Tunnel noch schneller voran. Er wird einmal 2.314 Meter lang sein. Davon sind rund 760 Meter geschafft, der Durchschlag wird im Herbst 2002 sein. 296.000 Kubikmeter Gestein mußten die Mineure im Dölzschener Teil aufbrechen und wegschaffen, haben dafür die Tunnelwand mit 25.000 Kubikmeter Spritzbeton ausgefüllt. 5.000 Tonnen Bewehrungsstahl haben sie gebraucht. Eine Tunnelröhre hat in Draufsicht eine Fläche von 138 Quadratmetern, ist 11,4 Meter hoch und 15,5 Meter breit. Der Rohbau dauert noch bis November. Dann geht es an den Innenausbau: Beleuchtung, Lüftung, Verkehrsleiteinrichtung, Energie- und Löschwasserversorgung. Von den Gesamtbaukosten von 275 Mio. für zwei Tunnel und Brücke entfallen auf den Tunnel Dölzschen 76 Mio. DM. Zu diesem Baulos zwischen den B 173, Anschluss Gompitz, und der B 170 gehört ab Sommer 2002 auch der vierstreifige Ausbau der B 170, der mit dem gesamten Autobahnabschnitt bis Ende 2003 fertig sein soll. Jetzt fehlt nur noch eines: Der Tunnel hat noch keinen Namen. Gabriele war nur Baupatin.